
A
Abgeltungssteuer
Quellensteuer auf Kapitaleinkünfte. Die Steuer wird dabei mit einem feststehenden Steuersatz, der unabhängig vom persönlichen Einkommensteuersatz des Anlegers ist, erhoben. Damit wird die Besteuerung der Kapitalerträge grundsätzlich abgegolten, was den wesentlichen Unterschied zu einer Kapitalertragsteuer ohne Abgeltungswirkung darstellt.
Agio
Gebühr, die der Anleger beim Erwerb von Genussrechten zahlt. Das Agio wird von der Fondsgesellschaft in der Regel für Kosten des Vertriebes verwendet.
Anleger
Genussrechtsinhaber.
B
Blind-Pool
Anlageform, bei der die einzelnen Investitionsvorhaben zum Zeitpunkt des Beitritts der Anleger noch nicht konkret feststehen.
Break-Even-Point Gewinnschwelle, bei der die operativen Erlöse gerade den operativen Aufwand decken, d.h. ein Unternehmen weder mit Gewinn, noch Verlust arbeitet.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Die BaFin vereint die Geschäftsbereiche der ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen (Bankenaufsicht), für das Versicherungswesen (Versicherungsaufsicht) sowie für den Wertpapierhandel (Wertpapieraufsicht/Asset-Management) in sich. Die BaFin übernimmt damit die staatliche Aufsicht für alle Bereiche des Finanzwesens. Die BaFin ist auch für die Gestattung der Veröffentlichung von Verkaufsprospekten zuständig. Gemäß § 2 Abs. 2 VermVerkProspV wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die inhaltliche Richtigkeit der in Verkaufsprospekten gemachten Angaben nicht Gegenstand der Prüfung der Prospekte durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist.
Businessplan
Geschäftsplan eines Unternehmens, in dem die Vorhaben, Ziele und Wege, um diese zu erreichen, aufgeführt und quantifiziert werden.
Buy-Out
siehe Management-Buy-Out (MBO).
Buy-In
siehe Management-Buy-In (MBI).
C
Cash-Flow
Der Cash-Flow stellt den reinen Einzahlungsüberschuss eines Unternehmens aus der wirtschaftlichen Tätigkeit einer Periode dar. Dieser Saldo bezieht sich dabei ausschließlich auf alle Erträge und Aufwendungen, die neben ihrer Erfolgswirksamkeit auch zahlungs-wirksam sind, das heißt, in der gleichen Periode zu Einzahlungen bzw. Auszahlungen führen.
Co-Investor
Privater oder institutioneller Investor, der sich gemeinsam mit anderen Investoren an Unternehmen beteiligt oder diese finanziert.
D
Deal-Flow
Investmentmöglichkeiten, die einer Venture Capital Gesellschaft angetragen wird.
Deal Terms
Bedingungen und Regularien eines (Beteiligungs-)Vertrages.
Diversifikation
Streuung des Vermögens über verschiedene Investitionsobjekte zur Verteilung und Senkung des Anlagerisikos.
Dividende
Gewinnausschüttung in einer bestimmten Höhe, bezogen auf den Nennbetrag des Anlegers.
Due Diligence
Detaillierte Untersuchung, Prüfung und Bewertung eines potentiellen Zielunternehmens als Grundlage für die Investitionsentscheidung.
E
Early Stage-Finanzierung
Finanzierung eines Unternehmens in der frühen Entwicklungsphase.
Emission
Die Ausgabe und Platzierung neuer Vermögensanlagen (z.B. Genussrechte) oder neuer Wertpapiere (z.B. Aktien) auf einem Kapitalmarkt durch einen öffentlichen Verkauf wird als Emission bezeichnet. Die Emission dient der Beschaffung von Kapital für das emittierende Unternehmen.
Emissionskapital
Gesamtes Eigenkapital ohne Agio abzüglich der von den Gründungsgesellschaftern bereits geleisteten Einlage.
Emittentin
Als Emittentin wird diejenige bezeichnet, die eine Vermögensanlage am Markt zum Verkauf anbietet. Bei der Eigenemission ist das Unternehmen, welches sich Kapital am Markt beschaffen will, selbst die Emittentin.
Exit
Ausstieg der Fondsgesellschaft aus einem Beteiligungsunternehmen meist durch Verkauf oder einen Börsengang.
Expansionsphase
Phase der Marktausweitung eines Unternehmens.
F
Financial Services Authority (FSA)
Unabhängige Aufsichtsbehörde für britische Lebensversicherungen. Sie kontrolliert die finanzielle Stabilität der Versicherungsgesellschaften, sowie deren Erfüllbarkeit ihrer Leistungen aus den Versicherungsverträgen. Weiter überwacht sie den Einlagensicherungsfonds „Financial Services Compensation Scheme“ sowie das Management, die Qualität interner Abläufe und Verkaufsprospekte von Versicherungsgesellschaften.
Fondsgesellschaft
Gesellschaft, an der sich die Anleger beteiligen.
Fondsmanagement
Das Fondsmanagement ist zuständig in allen Fragestellungen bei der Prüfung, beim Erwerb, der Finanzierung, der Entwicklung sowie der Veräußerung von Beteiligungen. Bei der Festlegung der Anlagestrategie sowie bei der Prüfung und Auswahl der Investitionen wird das Management von einem Anlageausschuss unterstützt.
Fondsvolumen
Gezeichnete Kapitaleinlagen aller Investoren der Fondsgesellschaft.
Founder Vesting
Vereinbarung, nach der die Gründer des Portfoliounternehmens ihre Anteile am Unternehmen ganz oder teilweise abgeben müssen, sofern sie ihre Tätigkeit für das Unternehmen beenden.
Fungibilität
Rechtsbegriff für Austauschbarkeit, Ersetzbarkeit, Wiederverwertbarkeit und freie Verwendung über Vermögensanlagen.
G
Genussrechte
Ein Genussrecht ist ein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis. Der Genussrechtsinhaber stellt der Genussrechtsemittentin das Genussrechtskapital zur Verfügung, dafür erhält er eine gewinnabhängige Dividende. Begriff und Inhalt der Genussrechte sind gesetzlich nicht definiert und bieten daher vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Im Unterschied zur Aktie beinhalten sie keine Mitgliedschaftsrechte.
Geschlossener Fonds
Im Gegensatz zum Offenen Fonds ist bei Geschlossenen Fonds das Emissionssvolumen bereits vorher fixiert. Damit ist die Zahl der Anleger begrenzt. Sobald das benötigte Eigenkapital eingeworben wurde, schließt der Initiator den Fonds und ein Beitritt weiterer Investoren ist nicht mehr möglich.
Gesellschafterversammlung
Jährliche, regelmäßige (ordentliche) oder seltener unregelmäßige (außerordentliche) Versammlung der Gesellschafter eines Unternehmens.. Der Gesellschaftsvertrag regelt die Form und Frist der Versammlung.
Gesellschaftsvertrag
Der Gesellschaftsvertrag – auch Satzung genannt – regelt die Belange der Gesellschaft, wie Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Rechtsform, Höhe des Stammkapitals, Gründungsgesellschafter, Einlagenhöhe, Geschäftsführung, etc.
H
Hurdle Rate („Hurdle”)
Rechnerische Grundverzinsung für Investitionen der Fondsgesellschaft. Erst ab deren Überschreiten erfolgt eine Gewinnbeteiligung für das Fondsmanagement.
I
IDW S 4
Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) hat den Standard IDW S 4 erarbeitet, um eine einheitliche Handhabung bei der Begutachtung von Verkaufsprospekten über öffentlich angebotene Vermögensanlagen zu sichern. Bei der Beurteilung von Verkaufsprospekten über Vermögensanlagen durch Wirtschaftsprüfer soll mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden, ob in den Verkaufsprospekten die für eine Anlageentscheidung erheblichen Angaben vollständig und richtig enthalten sind und ob diese Angaben klar – d.h. gedanklich geordnet, eindeutig und verständlich – gemacht werden. Zu dieser Prospektbeurteilung gehören auch Feststellungen zur Plausibilität der im Verkaufsprospekt enthaltenen Werturteile, der Schlüssigkeit von Folgerungen sowie der Darstellung der mit der Vermögensanlage verbunden Risiken.
Interne Zinsfußmethode (IRR)
Die nach der IRR-Methode ermittelte Rendite gibt die Verzinsung des im Zeitablauf gebundenen Kapitals an. Ein nach der IRR errechneter Zinssatz erlaubt keinen Rückschluss auf die Höhe des tatsächlich an den Anleger bis zur voraussichtlichen Beendigung des Fonds zurückfließenden Betrages. Vielmehr kann der Anleger einen dem IRR-Zinssatz entsprechenden Kapitalrückfluss nur dann realisieren, wenn er die während der Fondslaufzeit an ihn zurückfließenden Beträge (einschließlich solcher aus Steueranrechnungsbeträgen und Steuerersparnissen) für die restliche Laufzeit des Fonds anderweitig zu dem angegebenen IRR-Zinssatz anlegen kann. Nach der IRR-Methode ermittelte Renditen können daher nicht mit Renditen anderer Kapitalanlageprodukte (z. B. festverzinslichen Anlagen) verglichen werden, da diese regelmäßig von einer festen Bindung des gesamten ursprünglich investierten Kapitals bis zum Ende der Kapitalanlage ausgehen.
Investitions- und Finanzierungsplan
Die wesentlichen zahlenmäßigen Eckdaten eines Geschlossenen Fonds finden sich im Investitions- und Finanzierungsplan sowie in der Prognoserechnung. Der Investitions- und Finanzierungsplan ist eine Aufstellung über die Gesamtausgaben (Mittelverwendung) und die Gesamtfinanzierung (Mittelherkunft) der Fondsgesellschaft. Während der Investitionsplan die Verwendung der finanziellen Mittel bezüglich einzelner Kostengruppen abbildet, zeigt der Finanzplan die Beschaffung bzw. Herkunft dieser Mittel.
K
Kapitaleinlage
Betrag, mit dem sich der Anleger an der Fondsgesellschaft beteiligt.
Kapitalkonten
Kapitalkonten dienen dem individuellen Ausweis des Genussrechtskapitals für jeden Anleger und spiegeln die Bewegungen der Kapitaleinzahlungen, die zugewiesenen Gewinn- bzw. Verlustanteile sowie die Auszahlungen wieder.
Kick-Back
Rückerstattung eines Teils des gezahlten Betrages eines Geschäftes zwischen mehreren Beteiligten durch einen Beteiligten an einen anderen Beteiligten.
L
Later Stage-Finanzierung
Finanzierung eines Unternehmens in einer späteren Entwicklungsphase
Liquiditätsreserve
Eine Art Sicherheitspolster, woraus unvorhergesehene Ausgaben getätigt werden können, ohne das negative Auswirkungen auf die Rendite anfallen. Um sie aufzubauen und aufrecht zu erhalten werden ein Teil der Einzahlungen bzw. der laufenden Überschüsse nicht investiert bzw. ausgeschüttet.
M
Management-Buy-Out (MBO)
Mehrheitliche Übernahme eines Unternehmens durch das bisherige Management durch Erwerb.
Management-Buy-In (MBI)
Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management mit der finanziellen Unterstützung von Eigenkapitalinvestoren.
Mezzanine
Finanzierungsarten, die in ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Gestaltung eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital darstellen. Dabei wird in der klassischen Variante einem Unternehmen wirtschaftliches und/oder bilanzielles Eigenkapital zugeführt, ohne den Kapitalgebern Stimm- oder Einflussnahmerechte zu gewähren.
N
Nennbetrag
Die vom Genussrechtsinhaber übernommene Beteiligungssumme. Dient in der Regel auch zur Bemessung der Höhe der Dividende.
P
Performance
Bezeichnung für den Wertzuwachs einer Investition oder einer Kapitalanlage in einem bestimmten Zeitraum.
Portfolio
Der Begriff „Portfolio“ bezeichnet die Gesamtheit der getätigten bzw. gehaltenen Investitionen oder Beteiligungen. Die Portfoliobildung dient primär der Risikostreuung und der Gewinnoptimierung.
Portfoliounternehmen
Unternehmen, an denen die Fondsgesellschaft beteiligt ist.
Private Equity
Bezeichnung der Mittelherkunft bei der Finanzierung eines Unternehmens. Die wörtliche Übersetzung für Private Equity ist „Privates Eigenkapital“. Privat, da es nicht aus öffentlichen Quellen (zum Beispiel von der Börse) stammt. Eigenkapital, da es sich in der Bilanz des finanzierten Unternehmens um Eigenkapital und nicht um Fremdkapital, z. B. in Form von Bankkrediten, handelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Private Equity auch als Oberbegriff für Venture Capital verwendet.
Proof-Of-Concept
Belegt das prinzipielle Durchsetzbarkeit eines Vorhabens bzw. das prinzipielle Funktionieren eines Geschäftsmodells.
S
Seed-Phase
Initiale Phase eines Unternehmens, die durch die Konzeption des Vorhabens sowie sowie die Produktentwicklung (Prototyping) gekennzeichnet ist.
Start-up-Phase
Gründungsphase eines Unternehmens.
Stille Beteiligung
Ein Gesellschafter ist nicht nach außen erkennbar an einer Gesellschaft beteiligt (Ausnahme: Aktiengesellschaft). In der Regel ist er am Gewinn und Verlust der Gesellschaft beteiligt, nicht aber direkt am Vermögen der Gesellschaft (typische stille Beteiligung).
T
Term Sheet
Ein Schriftstück, welches die spezifischen Merkmale einer Kapitalmarkttransaktion oder einer Finanzierungsmaßnahme zusammenfasst. Es dokumentiert somit die wesentlichen Konditionen und Bedingungen eines Finanzierungsplans oder eines Beteiligungsvorhabens.
Thesaurierung
Die Erträge aus den Genussrechten werden nicht ausgeschüttet, sondern vom Unternehmen einbehalten und in eine andere Anlage investiert.
Top-Quartile
Bestes Viertel einer Menge – hier: Die Fonds, die zu den besten 25% eines Private Equity-Segments bzw. Lancierungsjahres zählen.
Track Record
Erfolgs- und Leistungsbilanz einer Beteiligungsgesellschaft bzw. eines Unternehmens und dessen Managements.
Trade Sale
Veräußerung von eigenen Unternehmensanteilen an andere Finanzinvestoren oder Unternehmen.
V
Venture Capital
Außerbörsliches Eigenkapital, das für Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, die sich in der frühen Phase der Unternehmensentwicklung befinden.
VermVerkProspV
Vermögensanlagen- Verkaufsprospektverordnung. Enthält neben dem Verkaufsprospektgesetz (VerkProspG) Detailregelungen für die Prospektierung von Vermögensanlagen.
Vinkulierung
Eine Vinkulierung knüpft die Übertragung einer Kapitalanlage (z.B. Genussrechte) an Dritte an die Zustimmung der Emittentin.
Z
Zielunternehmen
Potenzielle Portfoliounternehmen für die Fondsgesellschaft.







































